Ein Ultraschallgerät ist schnell gekauft und schnell aufgestellt. Die Fragen kommen danach: Wie viel Konzentrat gehört ins Wasser? Wie lange muss das Ding laufen? Und darf die Uhr wirklich mit hinein?
Die Dosierung steht auf der Flasche, der Rest meistens nirgends. Deshalb hier der komplette Ablauf, wie wir ihn aus zehn Jahren Filialalltag kennen.
Wie ein Ultraschallbad überhaupt sauber macht

Im Boden des Beckens sitzt ein Schwinger, der die Flüssigkeit mit rund 40.000 Schwingungen pro Sekunde in Bewegung versetzt. Dabei entstehen unzählige mikroskopisch kleine Bläschen, die sofort wieder in sich zusammenfallen. Jeder dieser Zusammenbrüche erzeugt für einen winzigen Moment einen kräftigen Druckstoß.
Diese Druckstöße sind es, die den Schmutz von der Oberfläche lösen. Sie kommen überall dorthin, wo die Flüssigkeit hinkommt: in die Bügelscharniere, unter die Nasenpads, zwischen Fassungsrand und Glas. Genau an die Stellen also, an denen ein Tuch grundsätzlich scheitert.
Zwei Dinge folgen daraus. Erstens muss das Teil vollständig von Flüssigkeit umspült sein, sonst passiert an der trockenen Stelle nichts. Zweitens arbeitet nicht der Reiniger allein, sondern das Zusammenspiel aus Schwingung und Reiniger. Das ist der Grund, warum mehr Konzentrat nicht mehr Sauberkeit bringt.
Wie viel Konzentrat kommt ins Wasser?

Für unser Ultraschallreiniger Konzentrat sind es 10 bis 15 ml auf 100 ml Wasser. Der untere Wert reicht für die normale tägliche Reinigung, der obere ist für stärkere Verschmutzung gedacht.
Umgerechnet auf gängige Beckengrößen:
- 600 ml Becken: 60 bis 90 ml Konzentrat
- 750 ml Becken: 75 bis 110 ml
- 1000 ml Becken: 100 bis 150 ml
Der beigelegte Messbecher ist genau dafür da. Geschätzte Mengen sind der Grund, warum ein Gerät mal gut und mal schlecht reinigt, ohne dass man weiß, woran es lag.
Für das Dental-Konzentrat gilt dieselbe Dosierung.
Nach oben gibt es trotzdem eine Grenze, und die wird gern überschritten. Mehr Konzentrat bringt ab der angegebenen Menge kein besseres Ergebnis, sondern Schaum. Schaum dämpft die Schwingung, und eine gedämpfte Schwingung reinigt schlechter. Wenn die Oberfläche im Becken sichtbar schäumt, arbeitet das Gerät unter seinen Möglichkeiten. Dazu kommen Rückstände: Was über die Dosierung hinausgeht, bleibt beim Trocknen als Schleier auf dem Glas zurück, und man putzt hinterher genau das weg, was man vorher hineingekippt hat.
Wichtig ist außerdem die Reihenfolge: erst Wasser einfüllen, dann das Konzentrat dazugeben. Umgekehrt schäumt es beim Einlaufen des Wassers unnötig auf.
Wie hoch fülle ich das Becken?
Fast alle Geräte haben eine Maximalmarkierung an der Innenwand. Die ist keine Empfehlung, sondern eine Grenze: Wird das Becken überfüllt, verändert sich das Schwingungsverhalten, und im ungünstigen Fall schwappt Flüssigkeit über die Elektronik. Unterhalb der Marke füllen, aber so hoch, dass das Reinigungsgut vollständig bedeckt ist.
Welche Wassertemperatur ist richtig?
Handwarm bis etwa 40 Grad. In diesem Bereich lösen sich Fett und Hautfett deutlich besser als in kaltem Wasser, und die Kavitation arbeitet effektiver.
Nach oben gibt es eine harte Grenze, und die setzt das Reinigungsgut. Kunststoffbrillengläser tragen mehrere aufgedampfte Funktionsschichten, die sich anders ausdehnen als das Glas darunter. Bei zu hohen Temperaturen entstehen Spannungen zwischen den Materialien, die als feines Rissmuster in der Entspiegelung sichtbar werden. Das lässt sich nicht mehr reparieren.
Wer sein Gerät mit Heizfunktion betreibt, sollte deshalb bei Brillen nicht die höchste Stufe wählen. Für Schmuck und Metallteile ist warmes Wasser dagegen unproblematisch.
Wie lange muss das Gerät laufen?
Für eine normal getragene Brille reichen zwei bis drei Minuten. Bei stärkerer Verschmutzung, etwa nach einer Woche ohne Reinigung oder nach Arbeiten im Staub, sind fünf Minuten sinnvoll.
Längere Laufzeiten bringen ab einem gewissen Punkt nichts mehr, weil der lösbare Schmutz dann bereits gelöst ist. Bei Brillen sprechen zwei Gründe gegen sehr lange Durchgänge: Die Flüssigkeit erwärmt sich mit der Laufzeit, und bei randlosen oder geschraubten Fassungen kann sich über viele Minuten hinweg eine ohnehin lockere Verschraubung weiter lösen.
Bei Schmuck und stark verschmutzten Metallteilen darf es länger sein. Hier ist es sinnvoller, zwei kurze Durchgänge zu fahren und zwischendurch zu prüfen, statt einmal zehn Minuten durchlaufen zu lassen.
Was nach dem Bad passieren muss
Dieser Schritt wird am häufigsten übersprungen, und er entscheidet über das Ergebnis.
Klar abspülen
Nach dem Durchgang haftet ein dünner Film aus Reinigungslösung und gelöstem Schmutz auf der Oberfläche. Kurz unter lauwarmem, fließendem Wasser abspülen genügt, um ihn loszuwerden. Wer diesen Schritt weglässt, wundert sich hinterher über Schlieren und schiebt es auf den Reiniger.
Trocknen
Erst jetzt kommt das Tuch zum Einsatz. Auf einem sauberen, feuchten Glas kann ein Mikrofasertuch nichts mehr verkratzen, weil keine trockenen Partikel mehr dazwischenliegen. Von der Mitte nach außen arbeiten, ohne Druck.
Bei Schmuck mit Zwischenräumen, etwa Ketten oder gefassten Steinen, lohnt es sich, das Wasser vorher gut ausschütteln zu lassen. Restfeuchte in einer Fassung führt auf Dauer zu stumpfen Stellen.
Was darf ins Ultraschallbad?

Unkritisch sind Brillen und Sonnenbrillen aus Kunststoff oder Mineralglas, Metall- und Kunststofffassungen, Schmuck aus massivem Gold, Silber oder Edelstahl, Uhrenarmbänder aus Metall, Verdampferköpfe und Mundstücke von E-Zigaretten sowie Kleinteile aus Metall und Hartkunststoff.
Auch Zahnersatz gehört in diese Gruppe, allerdings mit einem eigenen Reiniger. Warum sich das Dental-Konzentrat vom Classic-Konzentrat unterscheidet und was chlorhaltige Reinigungstabs mit Prothesenkunststoff anstellen, steht in unserem Beitrag zur Reinigung von Zahnersatz, Zahnspange und Retainer.
Was besser draußen bleibt
Die Druckstöße, die Schmutz lösen, lösen auch anderes. Diese Dinge gehören nicht ins Ultraschallbad:
- Perlen, Opal, Bernstein, Koralle, Türkis und andere poröse oder weiche Steine. Sie können matt werden, reißen oder ihre Politur verlieren.
- Geklebter Schmuck und geklebte Fassungen. Der Klebstoff gibt nach, der Stein liegt danach im Becken.
- Uhren ohne geprüfte Wasserdichtigkeit. Das Armband allein ist unkritisch, das Gehäuse nicht.
- Dünn vergoldeter oder versilberter Modeschmuck. Die Auflage ist oft nur wenige Mikrometer stark.
- Alles mit Elektronik oder Batterie, also Hörgeräte, Fitnesstracker, Smartwatches.
- Brillen mit sichtbar lockeren Verschraubungen. Erst festziehen, dann reinigen.
Im Zweifel gilt eine einfache Regel: Wenn ein Gegenstand aus mehreren Materialien besteht, die zusammengeklebt sind, gehört er nicht hinein.
Wie oft muss die Flüssigkeit gewechselt werden?
Beim Classic-Konzentrat für Brillen und Schmuck ist der Fall einfach: Sobald die Flüssigkeit sichtbar trüb ist oder Partikel am Boden liegen, kommt sie weg. Der gelöste Schmutz schwimmt sonst im Becken und setzt sich beim nächsten Durchgang wieder ab.
Beim Dental-Konzentrat ist das anders gelöst. Es kann laut Hersteller je nach Verschmutzungsgrad bis zu zwei Wochen im Gerät bleiben und muss nicht nach jedem Reinigungsvorgang geleert werden. Das ist im Alltag mit einer Prothese der wesentliche Unterschied.
Das leere Becken hin und wieder auswischen. Kalkränder an der Innenwand sind harmlos, sammeln aber Rückstände.
Drei Fehler, die im Alltag am häufigsten vorkommen
Die Brille liegt direkt auf dem Beckenboden. Dort sitzt der Schwinger, und der Kontakt kann die Fassung auf Dauer anrauen. Die meisten Geräte haben einen Einhängekorb. Wenn nicht, reicht es, die Brille schwimmend einzulegen, statt sie flach auf den Boden zu drücken.
Das Gerät läuft ohne Flüssigkeit. Auch nur wenige Sekunden trocken können den Schwinger beschädigen. Erst füllen, dann einschalten.
Spülmittel statt Konzentrat. Spülmittel schäumt stark, und Schaum ist im Ultraschallbad das Gegenteil von hilfreich. Ein Konzentrat für den Ultraschall ist bewusst schaumarm eingestellt.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Konzentrat kommt auf wie viel Wasser?
10 bis 15 ml Konzentrat auf 100 ml Wasser. Der untere Wert reicht für die tägliche Reinigung, der obere ist für stärkere Verschmutzung gedacht. Bei einem 600-ml-Becken sind das 60 bis 90 ml.
Kann ich einfach klares Wasser nehmen?
Es funktioniert, aber schlecht. Wasser allein löst kein Fett, und Fett ist der Hauptanteil an Brillenschmutz. Das Konzentrat setzt die Oberflächenspannung herab, damit die Flüssigkeit überhaupt in enge Spalten gelangt.
Ist das Konzentrat brennbar?
Unser Classic- und Dental-Konzentrat ist alkoholfrei und nicht brennbar. Ganz anders sieht das bei reinem Isopropanol aus: Das gehört unter keinen Umständen in ein Ultraschallgerät.
Werden Kratzer im Glas dadurch entfernt?
Nein. Ein Kratzer ist fehlendes Material, und das kann keine Reinigung zurückbringen. Was oft wie ein Kratzer aussieht, ist allerdings nur ein Schmutzschleier – und der verschwindet.
Wie oft darf ich meine Brille ins Ultraschallbad legen?
Täglich ist unproblematisch, solange Temperatur und Laufzeit stimmen. In Optikergeschäften laufen die Geräte den ganzen Tag.
Mein Gerät hat eine Heizfunktion. Soll ich sie nutzen?
Bei Schmuck gerne. Bei Brillen mit Entspiegelung eher nicht auf höchster Stufe, weil die Beschichtung empfindlich auf Temperaturwechsel reagiert.
Reicht ein günstiges Gerät aus dem Onlinehandel?
Für Brillen und Schmuck zu Hause ja. Der Unterschied zu Profigeräten liegt vor allem in Beckengröße, Leistung und Dauerlaufeignung, weniger im Reinigungsprinzip.
Fazit
Ein Ultraschallbad nimmt einem die Arbeit ab, die mit dem Tuch ohnehin nicht zu machen ist. Der Rest ist Dosierung und Geduld: 10 bis 15 ml Konzentrat auf 100 ml Wasser, handwarm, wenige Minuten, danach klar abspülen und trocken nachwischen.
Wer diese Reihenfolge einhält, bekommt ein Ergebnis, das dem beim Optiker sehr nahekommt – und spart sich das Nachputzen.
Du brauchst noch das passende Konzentrat? Unser Classic Ultraschallreiniger Konzentrat ist alkoholfrei, schaumarm und für Brillen, Schmuck und Kleinteile geeignet. Für Zahnersatz gibt es das Dental-Konzentrat, das chlorfrei arbeitet und den Prothesenkunststoff nicht ausbleicht.