Wer eine Prothese, eine Schiene oder einen Retainer trägt, putzt sie meistens gewissenhaft. Trotzdem verfärbt sich das Material mit der Zeit, es riecht anders als am Anfang, und an den Innenflächen bildet sich ein Belag, der sich mit der Bürste nicht mehr wegbekommen lässt.
Das liegt nicht an mangelnder Sorgfalt, sondern am Material.
Warum Bürsten allein nicht ausreicht

Prothesenkunststoff sieht glatt aus, ist es unter dem Mikroskop aber nicht. Die Oberfläche ist von feinen Poren durchzogen, und dazu kommen die Bereiche, an denen eine Bürste konstruktionsbedingt nicht ankommt: Unterschnitte, der Übergang von Zahn zu Basis, die Innenseite der Gaumenplatte, die Klammern einer Teilprothese.
In diesen Bereichen bildet sich ein Biofilm, also eine haftende Schicht aus Speiseresten, Speichelbestandteilen und Mikroorganismen. Ein Teil davon wird beim Bürsten abgetragen, ein Teil bleibt. Was bleibt, wird mit der Zeit fester und nimmt Farbstoffe aus Kaffee, Tee und Nikotin auf. Die typische Verfärbung nach Monaten ist genau das.
Ein Ultraschallbad arbeitet an dieser Stelle anders. Die Reinigungswirkung entsteht durch mikroskopisch kleine Druckstöße in der Flüssigkeit, und die erreichen jede Stelle, die von Flüssigkeit umspült ist. Wie das Prinzip funktioniert, steht ausführlich in unserer Anleitung zum Ultraschallreiniger.
Was chlorhaltige Reinigungstabs anrichten
Viele Reinigungstabs aus dem Drogeriemarkt setzen auf Aktivsauerstoff oder auf chlorabspaltende Verbindungen. Sie machen die Prothese kurzfristig hell, und genau das ist das Problem: Sie bleichen.
Der rosafarbene Kunststoff einer Prothese ist eingefärbt, damit er dem Zahnfleisch ähnelt. Wird er über Monate regelmäßig gebleicht, verliert er diese Farbe. Das Ergebnis ist eine Prothese, die im Mund blasser wirkt als das umliegende Gewebe. Rückgängig machen lässt sich das nicht.
Bei Teilprothesen kommt ein zweiter Punkt dazu. Klammern und Gerüste bestehen aus Metall, und chlorhaltige Lösungen können Metalllegierungen angreifen. Sichtbar wird das als Mattwerden oder als dunkle Verfärbung an den Klammern.
Deshalb ist unser Dental-Konzentrat chlorfrei formuliert. Es entfernt Beläge, Speisereste und Verfärbungen, bleicht den Prothesenkunststoff aber nicht aus. Bei regelmäßiger Anwendung behält die Prothese ihr ursprüngliches Aussehen.
So läuft die Reinigung ab
Schritt 1: Grob vorreinigen
Prothese oder Schiene unter fließendem, lauwarmem Wasser abspülen und lose Speisereste mit einer weichen Bürste entfernen. Das Ultraschallbad ist für den festsitzenden Belag zuständig, nicht für das, was ohnehin abfällt.
Schritt 2: Ansetzen
Erst Wasser ins Becken, dann das Konzentrat dazu. Die Dosierung liegt bei 10 bis 15 ml auf 100 ml Wasser, der untere Wert für die tägliche Reinigung, der obere bei stärkeren Verfärbungen. Bei einem 600-ml-Becken sind das 60 bis 90 ml. Der beigelegte Messbecher macht die Menge reproduzierbar.
Handwarmes Wasser ist richtig. Heißes Wasser ist es ausdrücklich nicht, dazu gleich mehr.
Schritt 3: Laufen lassen
Drei bis fünf Minuten reichen für die tägliche Reinigung. Bei stärkeren Verfärbungen kann man den Vorgang wiederholen, statt einmal sehr lange laufen zu lassen.
Schritt 4: Abspülen
Nach dem Bad gründlich unter klarem, lauwarmem Wasser abspülen. Dieser Schritt ist bei allem, was in den Mund kommt, nicht optional.
Und das Bad selbst?
Anders als bei Brillen- und Schmuckreinigern muss die Lösung nicht nach jedem Durchgang gewechselt werden. Das Dental-Konzentrat kann je nach Verschmutzungsgrad bis zu zwei Wochen im Gerät bleiben. Das macht die tägliche Routine deutlich unaufwendiger: Deckel auf, Prothese rein, Gerät an.
Aligner und Schienen: dieselbe Aufgabe, empfindlicheres Material

Durchsichtige Schienen, egal ob Aligner zur Zahnkorrektur, Knirscherschiene oder Bleaching-Schiene, haben ein zusätzliches Problem: Man sieht ihnen jede Trübung an.
Zwei Fehler führen dort besonders schnell zum sichtbaren Schaden. Der erste ist Zahnpasta. Sie enthält Putzkörper, die für Zahnschmelz gedacht sind und auf weichem Schienenkunststoff feine Kratzer hinterlassen. In diesen Kratzern setzt sich Belag fest, die Schiene wird milchig, und ab da hilft kein Putzen mehr.
Der zweite ist Wärme. Schienen werden thermoplastisch geformt. Heißes Wasser, ein Bad in der Spülmaschine oder ein Sommer im Auto reichen aus, um sie zu verziehen. Danach passen sie nicht mehr, und bei einer Alignerschiene bedeutet das eine Unterbrechung der Behandlung.
Im Ultraschallbad mit handwarmem Wasser sind Schienen gut aufgehoben. Zwei bis drei Minuten genügen, weil hier meist nur der tägliche Biofilm abgeht und kein festsitzender Belag.
Retainer und Zahnbürstenaufsätze

Herausnehmbare Retainer aus Draht und Kunststoff lassen sich genauso behandeln wie Schienen. Der Drahtbogen ist unkritisch, und gerade an den Umschlingungen des Drahts sitzt der Belag, an den man mit der Bürste nicht herankommt.
Bei Aufsteckbürsten elektrischer Zahnbürsten lohnt sich ein Blick auf den Bereich, an dem der Kopf auf dem Handstück sitzt. Dort sammelt sich mit der Zeit ein Ring aus Zahnpastaresten und Feuchtigkeit, den man beim normalen Abspülen übersieht. Ein kurzer Durchgang im Ultraschallbad erledigt das.
Festsitzende Retainer, also die hinter den Zähnen verklebten Drähte, bleiben natürlich, wo sie sind. Sie werden mit Zahnseide und Interdentalbürste gepflegt, und der Rest ist Sache der Kontrolltermine.
Was Du auf keinen Fall tun solltest
Kochendes Wasser und die Spülmaschine verziehen Prothesenkunststoff und Schienen dauerhaft. Bei der Spülmaschine kommen zur Temperatur noch die Reinigertabs dazu, und diese Kombination ist ungefähr das Härteste, was man Dentalkunststoff antun kann.
Zahnpasta zerkratzt mit ihren Putzkörpern die Oberfläche, und in den Kratzern hält der Belag anschließend besser als vorher. Haushaltsessig, oft gegen Kalkbeläge empfohlen, greift die Metallklammern von Teilprothesen an. Bleichmittel und Haushaltsreiniger gehören ohnehin nicht an etwas, das danach in den Mund kommt.
Und der unscheinbarste Fehler: die Prothese mit Belag darauf trocken liegen lassen. Angetrockneter Biofilm ist deutlich schwerer zu lösen als frischer.
Wie eine Prothese über Nacht aufbewahrt wird, feucht oder trocken, wird unterschiedlich gehandhabt und hängt vom Material ab. Das ist ein Punkt, den Zahnarzt oder Zahntechniker für Deinen Zahnersatz beantworten sollten, nicht ein Ratgebertext.
Wie oft ist sinnvoll?
Nach jeder Mahlzeit kurz abspülen, einmal täglich gründlich reinigen. Für die gründliche Reinigung ist der Abend der praktischste Zeitpunkt, weil die Prothese danach ohnehin herausgenommen wird.
Bei Alignern gilt eine andere Logik: Sie werden bis zu 22 Stunden am Tag getragen, deshalb bietet sich die Reinigung während der Mahlzeiten an, wenn sie ohnehin draußen sind.
Ein Hinweis, der über die Reinigung hinausgeht: Wenn eine Prothese drückt, scheuert oder plötzlich schlechter sitzt, ist das kein Fall für stärkere Reinigungsmittel, sondern für einen Termin. Dasselbe gilt für gerötetes oder entzündetes Zahnfleisch unter der Prothese.
Häufig gestellte Fragen
Wie wird das Dental-Konzentrat dosiert?
10 bis 15 ml auf 100 ml Wasser, genau wie beim Classic-Konzentrat. Der untere Wert reicht für die tägliche Reinigung, der obere ist für stärkere Verfärbungen gedacht.
Kann ich das Dental-Konzentrat auch für meine Brille verwenden?
Für Brillen gibt es ein eigenes Konzentrat. Das Dental-Konzentrat ist auf Prothesenkunststoff und den Geschmack im Mund abgestimmt, das Classic-Konzentrat auf Fassungsmaterialien und Glasvergütungen.
Schmeckt die Prothese nach der Reinigung nach Reiniger?
Das Dental-Konzentrat ist mit Eukalyptus aromatisiert und hinterlässt ein frisches Mundgefühl. Nach dem Abspülen bleibt kein Reinigergeschmack zurück.
Brauche ich ein spezielles Dental-Ultraschallgerät?
Nein. Jedes handelsübliche Ultraschallgerät funktioniert, solange die Prothese hineinpasst und vollständig von Flüssigkeit bedeckt ist.
Ist das Konzentrat alkoholfrei?
Ja, alkoholfrei, nicht brennbar und hautfreundlich. Hergestellt wird es in Europa.
Hilft Ultraschall gegen Mundgeruch?
Wenn der Geruch vom Belag auf dem Zahnersatz kommt, verschwindet er mit dem Belag. Hat er eine andere Ursache, ändert die Reinigung daran nichts. Das gehört dann in zahnärztliche Abklärung.
Kann ich mehrere Teile gleichzeitig hineinlegen?
Ja, solange sie sich nicht berühren und alle vollständig bedeckt sind. Aneinanderliegende Teile schirmen sich gegenseitig ab.
Fazit
Der Belag, der Zahnersatz verfärben und riechen lässt, sitzt genau dort, wo die Bürste nicht hinkommt. Ein Ultraschallbad löst ihn, ohne dass man schrubben muss. Entscheidend ist, was in der Flüssigkeit ist: Chlorhaltige Mittel machen kurzfristig hell und bleichen langfristig aus.
Handwarmes Wasser, wenige Minuten, danach klar abspülen. Mehr braucht es im Alltag nicht.
Das EyeAm Dental Ultraschallreiniger Konzentrat ist chlorfrei, alkoholfrei und für Prothesen, Zahnspangen, Schienen und Aufsteckbürsten geeignet. Ein Ansatz hält je nach Verschmutzung bis zu zwei Wochen im Gerät.