Ratgeber · 6 Min. Lesezeit

Display reinigen ohne Streifen: Smartphone, Laptop und Fernseher

Nach dem Putzen sieht der Bildschirm schlechter aus als vorher. Woran das liegt, was ein Display nicht verträgt und welche Reihenfolge funktioniert.

EyeAm Displayreiniger wird auf ein Mikrofasertuch gesprüht, im Hintergrund ein Laptop und die zweite Flasche mit einem zweiten Tuch

Ein Display putzt man selten, weil es dreckig ist. Man putzt es, weil einen die Fingerabdrücke stören, sobald der Bildschirm dunkel wird. Und ziemlich oft sieht er danach schlechter aus als vorher.

Das liegt fast nie am Reiniger. Es liegt an der Reihenfolge, am Tuch und an ein paar Hausmitteln, die auf einem beschichteten Bildschirm nichts zu suchen haben.


Warum ein Display nach dem Putzen oft schlechter aussieht

EyeAm Displayreiniger 2x150ml mit Mikrofasertuch auf einem petrolfarbenen Sockel

Auf jedem modernen Touchscreen sitzt eine oleophobe Schicht. Sie ist wenige Nanometer dünn und sorgt dafür, dass Hautfett auf der Oberfläche zu Tropfen zusammenläuft, statt sich zu verteilen. Deshalb lässt sich ein neues Gerät so leicht sauber wischen.

Wischst Du mit einem trockenen Tuch über diese Schicht, passiert Folgendes: Das Fett wird nicht aufgenommen, sondern verteilt. Aus vier klar begrenzten Fingerabdrücken wird ein gleichmäßiger Schleier über die ganze Fläche. Bei eingeschaltetem Bildschirm fällt der kaum auf, bei dunklem Bild sofort.

Der zweite Grund sind Rückstände. Alles, was im Reinigungsmittel nicht verdunstet, bleibt liegen: Tenside, Duftstoffe, Kalk aus dem Leitungswasser. Beim Trocknen zieht sich der Flüssigkeitsfilm zusammen und lässt diese Reste an den Rändern zurück. Das sind die Schlieren, die man dann wegzupolieren versucht, was sie nur breiter macht.


Was auf ein Display nicht draufgehört

Glasreiniger und Haushaltsreiniger

Glasreiniger ist für Fensterglas gemacht, und Fensterglas hat keine Funktionsschicht. Viele dieser Mittel enthalten Ammoniak oder scharfe Tenside, die genau die oleophobe Beschichtung angreifen, wegen der sich das Display überhaupt gut reinigen lässt. Sichtbar wird das erst nach einigen Monaten: Der Bildschirm fühlt sich stumpfer an und nimmt Fingerabdrücke stärker an als früher.

Reiner Alkohol und Desinfektionstücher

Derselbe Effekt, nur schneller. Hochprozentiges Isopropanol ist für Platinen, Kontakte und entfettete Lackflächen die richtige Wahl, für die Vorderseite eines Smartphones nicht. Auf der Rückseite und am Rahmen ist es unkritisch, auf der Scheibe trägt es die Beschichtung mit jeder Anwendung weiter ab.

Feuchttücher aus dem Drogeriemarkt sind aus demselben Grund heikel, dazu kommt bei ihnen ein Vlies, das gröber ist als es aussieht.

Genau deshalb ist unser Displayreiniger alkoholfrei. Er löst Fett und Fingerabdrücke, ohne die oleophobe Schicht anzugreifen.

Küchenpapier, Taschentuch, T-Shirt

Papier besteht aus Holzfasern, und Holzfasern sind härter als die Beschichtung. Ein Küchentuch hinterlässt keine sichtbaren Kratzer nach dem ersten Mal, aber es reibt. Ein T-Shirt bringt zusätzlich alles mit, was vorher darauf gelandet ist, also Staub und feine Körnchen.

Wasser direkt auf den Bildschirm

Zwei Probleme auf einmal. Leitungswasser enthält Kalk, und Kalk bleibt beim Trocknen als weißer Schleier zurück. Und Flüssigkeit, die direkt auf das Gerät gesprüht wird, läuft an den Rändern in die Spalten, in denen Mikrofon, Lautsprecher und Tastatur sitzen.


So gehst Du vor

EyeAm Displayreiniger neben einem Smartphone mit ausgeschaltetem Display

Der Ablauf ist bei allen Geräten gleich.

  1. Gerät ausschalten. Auf dem dunklen Bildschirm siehst Du erst, wo der Schmutz wirklich sitzt. Bei Laptops und Fernsehern kommt dazu, dass eine warme Oberfläche die Flüssigkeit zu schnell verdunsten lässt.
  2. Losen Staub entfernen. Ein trockenes Mikrofasertuch, ohne Druck, in eine Richtung. Wer diesen Schritt überspringt, schiebt später ein Staubkorn unter dem feuchten Tuch über die Scheibe.
  3. Reiniger auf das Tuch sprühen, nicht auf das Display. Zwei Sprühstöße reichen für ein Smartphone. Das Tuch soll nebelfeucht sein, nicht nass.
  4. In geraden Bahnen wischen, von oben nach unten oder von links nach rechts. Kreisende Bewegungen verteilen den gelösten Schmutz, statt ihn abzunehmen.
  5. Mit einer trockenen Stelle desselben Tuchs nachgehen, solange die Fläche noch leicht feucht ist. Das ist der Schritt, der über Streifen oder keine Streifen entscheidet. Wer wartet, bis alles getrocknet ist, poliert hinterher an Rückständen herum.

Wenn danach noch etwas zu sehen ist, war meistens zu viel Flüssigkeit im Spiel, nicht zu wenig.


Was bei welchem Gerät anders ist

Smartphone und Tablet

Vor dem Wischen die Hülle abnehmen. Am Übergang von Scheibe zu Hülle sammelt sich Sand, und der bleibt sonst genau dort liegen, wo man mit dem Tuch entlangfährt. Bei einer aufgeklebten Panzerglasfolie gilt dasselbe Vorgehen wie beim Display selbst, nur ist die Folie unempfindlicher.

Laptop und Monitor

Zwei Bauarten mit unterschiedlichem Verhalten. Glänzende Displays sind glatt und verzeihen mehr, zeigen aber jeden Rest sofort. Matte Displays haben eine aufgeraute Oberfläche, in der sich Flüssigkeit hält. Dort gilt: deutlich weniger Reiniger und länger trocken nachwischen, sonst bleiben Flecken in der Struktur zurück.

Beim Laptop lohnt es sich, direkt danach über Tastatur und Handballenauflage zu gehen. Der Abdruck der Tasten auf dem geschlossenen Display kommt genau von dort.

Fernseher

Große Bildschirme sind der Fall, bei dem am häufigsten etwas schiefgeht, weil viele Fernseher eine weiche Entspiegelungsschicht auf der Frontscheibe tragen. Auf ihr hinterlässt schon mäßiger Druck bleibende Wischspuren. Also mit sehr wenig Flüssigkeit arbeiten, das Tuch flach auflegen und ohne Druck führen. In Abschnitten vorgehen und jeden Abschnitt trocken nachziehen, bevor der nächste an die Reihe kommt.

Kamera, Objektiv und Brille

Optische Gläser tragen eigene Vergütungen und brauchen einen eigenen Reiniger. Was für Brillengläser passt, findest Du in der Kollektion EyeAm Optic.


Das Tuch macht die halbe Arbeit

EyeAm Mikrofasertuch in Optikerqualität auf dem Display eines Tablets

Ein Mikrofasertuch reinigt nicht dadurch, dass es weich ist. Die Fasern sind gespalten und dadurch feiner als ein Fett- oder Staubpartikel, sodass sie den Schmutz aufnehmen und im Gewebe halten, statt ihn zu schieben.

Das funktioniert nur, solange das Tuch sauber ist. Ein Tuch, das monatelang in der Hosentasche gesteckt hat, ist mit Fett gesättigt und verteilt nur noch. Waschen ohne Weichspüler, denn Weichspüler legt sich als Film um die Fasern und macht genau die Wirkung kaputt, wegen der man Mikrofaser nimmt.

Größe hilft. Ein 40 mal 40 Zentimeter großes Tuch lässt sich mehrfach falten, sodass man beim Nachwischen immer eine trockene, saubere Fläche zur Verfügung hat. Bei den kleinen Beipacktüchern ist die Fläche nach einem Smartphone aufgebraucht.


Hartnäckige Stellen

Sonnencreme, Handcreme und Make-up sind fetthaltig und lassen sich nicht in einem Zug abnehmen. Reiniger auftragen, kurz einwirken lassen, abnehmen, und den Vorgang lieber ein zweites Mal wiederholen, statt beim ersten Mal fester zu drücken.

Klebereste von einer abgezogenen Folie sind ein anderer Fall. Hier hilft kein Displayreiniger. Am ehesten bekommt man sie mit einem Radiergummi aus weichem Kunststoff oder mit einem Stück Klebeband ab, mit dem man den Rest abtupft.

Und ein Punkt, den kein Reiniger löst: Kratzer. Was nach dem Wischen als feine Linie stehen bleibt, ist fehlendes Material. Politurpasten für Bildschirme tragen die Beschichtung mit ab und machen es meistens schlimmer.


Häufig gestellte Fragen

Warum bekomme ich immer Streifen, egal was ich nehme?

Meist wegen zu viel Flüssigkeit und einem fehlenden trockenen Nachwischen. Das Tuch soll nebelfeucht sein, und der zweite Durchgang mit einer trockenen Stelle muss erfolgen, bevor die Fläche abgetrocknet ist.

Darf ich Brillenputztücher aus der Packung für das Handy nehmen?

Die feuchten Einwegtücher enthalten häufig Alkohol. Für die Rückseite ist das unkritisch, auf der Scheibe geht damit über die Zeit die oleophobe Beschichtung verloren.

Ist Displayreiniger dasselbe wie Brillenreiniger?

Beide sind auf beschichtete Oberflächen abgestimmt, aber auf unterschiedliche. Brillengläser tragen Entspiegelung und Hartschicht, Displays eine oleophobe Schicht auf Glas. Für beides gibt es einen eigenen Reiniger, und wer beides hat, fährt damit besser.

Ist der EyeAm Displayreiniger alkoholfrei?

Ja. Das ist der Unterschied zu Desinfektionstüchern und zu reinem Isopropanol: Die Reinigungswirkung kommt ohne Alkohol aus, die oleophobe Beschichtung bleibt dadurch erhalten.

Wie oft sollte ich mein Display reinigen?

Es gibt keinen festen Rhythmus. Sinnvoll ist es dann, wenn sich sichtbar Fett angesammelt hat. Häufiges Wischen mit dem richtigen Vorgehen schadet nicht, häufiges trockenes Drüberreiben schon.

Kann ich mit Displayreiniger auch die Rückseite und den Rahmen putzen?

Ja. Bei Hüllen aus Leder oder Textil vorher an einer verdeckten Stelle testen.

Was ist mit Druckluft aus der Dose?

Für Tastaturen und Lüftungsschlitze brauchbar, für die Scheibe unnötig. Nah und schräg gehalten kann Druckluft Kondensat auf die Oberfläche blasen.

Hilft Displayreiniger gegen Kratzer?

Nein. Ein Kratzer ist fehlendes Material. Was oft wie ein Kratzer aussieht, ist ein Fettschleier, und der verschwindet.


Fazit

Streifenfrei wird ein Display durch die richtige Menge Flüssigkeit und durch den trockenen zweiten Durchgang, nicht durch mehr Reiniger. Gerät aus, Staub weg, Tuch anfeuchten statt Bildschirm besprühen, in geraden Bahnen wischen, feucht nachziehen.

Was Du dabei vermeidest, ist genauso wichtig: Glasreiniger, reiner Alkohol und Papier gehören nicht auf eine beschichtete Scheibe.

Für den Alltag reicht ein Reiniger, der auf Displayoberflächen abgestimmt ist. Unser Displayreiniger ist alkoholfrei und kommt als Doppelpack mit zwei 150-ml-Sprühflaschen und einem Mikrofasertuch, sodass eine Flasche zu Hause bleiben und eine ins Büro oder ins Auto wandern kann. Wer schon einen Reiniger hat und nur ein ordentliches Tuch braucht, findet das Mikrofasertuch in 40 mal 40 Zentimetern auch einzeln.