Ratgeber · 6 Min. Lesezeit

Schmuck zu Hause reinigen: Gold, Silber und Edelstahl

Ein Ring wird matt, weil sich unter der Fassung etwas sammelt, nicht weil das Gold schlechter wird. Was dagegen hilft und wo Ultraschall die falsche Wahl ist.

EyeAm Classic Ultraschallreiniger Konzentrat neben einem Ultraschallgerät mit Ring, Kette und Armbanduhr im Becken

Ein Ring, den man täglich trägt, sieht nach ein paar Monaten anders aus als am ersten Tag. Nicht abgenutzt, sondern matt. Beim Stein fällt es zuerst auf: Er funkelt weniger, obwohl ihm nichts fehlt.

Der Grund sitzt meistens da, wo man mit dem Tuch nicht hinkommt. Genau dort arbeitet ein Ultraschallbad, und genau dort liegen auch seine Grenzen.


Warum Schmuck stumpf wird

EyeAm Classic Ultraschallreiniger Konzentrat neben Goldring, Silberkette und Edelstahlarmband

Beim Tragen sammelt sich auf und zwischen den Teilen ein Gemisch aus Hautfett, Schweiß, Hautschuppen, Handcreme und Seifenresten. Beim Ring läuft das unter die Fassung und in die Krappen, bei der Kette in die Glieder, beim Uhrenarmband in die Zwischenräume der Schließe.

Bei einem gefassten Stein liegt der Effekt an der Unterseite. Licht tritt oben ein, wird an den unteren Facetten reflektiert und kommt zurück nach oben. Sitzt dort ein Fettfilm, geht ein Teil des Lichts verloren. Der Stein wirkt dann müde, obwohl er in Ordnung ist. Wer ihn reinigt, bekommt diesen Effekt in Sekunden zurück.

Bei Silber kommt ein zweiter Vorgang dazu, der nichts mit Schmutz zu tun hat. Silber reagiert mit Schwefelverbindungen aus der Luft, aus Lebensmitteln und aus der Haut, und dabei entsteht auf der Oberfläche eine dünne Schicht Silbersulfid. Das ist die gelbliche bis schwarze Verfärbung, die man Anlaufen nennt. Sie ist Teil des Metalls geworden und sitzt nicht darauf.


Was Ultraschall bei Schmuck leistet und was nicht

Im Becken entstehen unzählige kleine Bläschen, die sofort wieder zusammenfallen und dabei winzige Druckstöße erzeugen. Diese Druckstöße lösen anhaftenden Schmutz, und zwar überall dort, wo Flüssigkeit hinkommt. Deshalb bekommt ein Ultraschallgerät Stellen sauber, an die man mit keiner Bürste gelangt. Wie das genau funktioniert, steht in unserer Anleitung zum Ultraschallreiniger.

Drei Dinge kann das Verfahren nicht, und das sollte man vorher wissen.

Angelaufenes Silber wird nicht wieder hell. Silbersulfid ist eine chemische Verbindung an der Oberfläche und kein Belag, der sich abschütteln lässt. Dafür braucht es ein Silberputztuch, eine Politurpaste oder ein Tauchbad, das die Verbindung löst.

Kratzer verschwinden nicht. Was fehlt, kann keine Reinigung zurückbringen. Feine Gebrauchsspuren auf einem täglich getragenen Ring lassen sich nur beim Goldschmied auspolieren.

Abgeriebene Vergoldung kommt nicht zurück. Wo die Auflage weg ist, kommt das Trägermetall zum Vorschein, und das bleibt so.


So läuft die Reinigung ab

EyeAm Classic Ultraschallreiniger Konzentrat mit Schmuck in einem Edelstahlkorb
  1. Vorher ansehen. Sitzt der Stein fest? Lässt er sich mit dem Fingernagel bewegen? Ist eine Krappe verbogen? Ein loser Stein gehört zum Goldschmied, nicht ins Becken.
  2. Becken füllen. Erst warmes Wasser einfüllen, dann das Konzentrat dazugeben. Beim Classic-Konzentrat sind es 10 bis 15 ml auf 100 ml Wasser. Der beigelegte Messbecher spart das Schätzen.
  3. Handwarm arbeiten. Warmes Wasser löst Fett deutlich besser als kaltes. Bei Schmuck ohne empfindliche Steine ist auch eine Heizfunktion unkritisch.
  4. In den Korb legen, nicht auf den Boden. Im Beckenboden sitzt der Schwinger. Direkter Kontakt kann die Oberfläche auf Dauer anrauen, und bei Ketten ist der Korb ohnehin praktischer.
  5. Zwei bis drei Minuten laufen lassen, dann nachsehen. Bei starker Verschmutzung lieber einen zweiten kurzen Durchgang starten, als einmal zehn Minuten durchlaufen zu lassen.
  6. Klar abspülen. Nach dem Bad hängt ein Film aus Lösung und gelöstem Schmutz am Stück. Kurz unter lauwarmem fließendem Wasser reicht. Und den Stöpsel ins Waschbecken, bevor der Ring in der Hand liegt.
  7. Trocknen. Wasser gut ausschütteln, gerade bei Ketten und gefassten Steinen, dann mit einem weichen Mikrofasertuch nachgehen. Restfeuchte unter einer Fassung führt auf Dauer zu stumpfen Stellen.

Wenn die Flüssigkeit trüb ist oder Partikel am Boden liegen, kommt sie weg. Sonst schwimmt der gelöste Schmutz im Becken und setzt sich beim nächsten Durchgang wieder ab.


Gold, Silber, Edelstahl: worauf es beim Material ankommt

Gold

Massives Gold ist unkritisch, egal ob 333, 585 oder 750. Das Metall reagiert kaum, und die Legierungsbestandteile ändern daran wenig. Bei Weißgold sitzt allerdings oft eine dünne Rhodinierung auf der Oberfläche, die dem Schmuckstück den kühlen Ton gibt. Die nutzt sich mit den Jahren ab und schimmert dann gelblich durch. Reinigen schadet ihr nicht, aber es macht sie auch nicht zurück.

Silber

Massives Silber verträgt das Bad gut. Der Schmutz geht weg, der Anlauf bleibt. Wer beides will, reinigt zuerst im Ultraschall und poliert danach. Umgekehrt schiebt man Politurreste in jede Ritze.

Edelstahl und Titan

Beide sind für diesen Zweck die unproblematischsten Materialien. Uhrenarmbänder aus Edelstahl sind der Klassiker im Becken, weil sich in den Gliedern über Jahre erstaunliche Mengen ansammeln. Das Armband allein ist unkritisch, das Uhrengehäuse nicht: Ohne geprüfte Wasserdichtigkeit bleibt die Uhr draußen.

Vergoldeter und versilberter Modeschmuck

Hier ist Zurückhaltung angebracht. Die Auflage ist bei günstigem Modeschmuck oft nur wenige Mikrometer stark, und darunter liegt häufig noch eine Klebe- oder Lackschicht. Wenn überhaupt, dann kurz, lauwarm und einmalig, um zu sehen, wie das Stück reagiert.


Bei welchen Steinen Vorsicht angebracht ist

Perlenkette, Bernstein und Türkis auf einem petrolfarbenen Sockel

Die Faustregel: Je härter, dichter und unbehandelter ein Stein ist, desto unproblematischer ist er.

Gut geeignet sind Diamant, Saphir, Rubin, Turmalin, Granat und Amethyst, solange die Fassung fest sitzt und der Stein keine sichtbaren Einschlüsse hat, die bis an die Oberfläche reichen.

Draußen bleiben sollten Perlen, Opal, Bernstein, Koralle, Türkis, Malachit und Lapislazuli. Sie sind entweder porös, weich oder haben eine Oberfläche, die auf Druckstöße mit matten Stellen reagiert. Bei Perlen kommt dazu, dass sie meistens auf einen Faden gezogen und geknotet sind, und der Faden hält das nicht lange aus.

Ein eigener Fall ist der Smaragd. Er wird sehr häufig mit Öl oder Harz behandelt, um feine Risse optisch zu schließen. Ein Ultraschallbad spült genau diese Füllung heraus, und danach sind die Risse sichtbar. Das gilt für viele behandelte Steine, ohne dass man es ihnen ansieht.

Dieselbe Vorsicht gilt für geklebten Schmuck. Wenn ein Stein nicht gefasst, sondern eingeklebt ist, gibt der Klebstoff nach, und man findet den Stein hinterher im Becken. Im Zweifel hilft ein Blick von unten: Sitzt der Stein in Krappen oder in einer Zarge, ist er gefasst. Liegt er in einer glatten Mulde, ist er wahrscheinlich geklebt.


Was ohne Ultraschallgerät geht

Zwischendurch reicht warmes Wasser mit einem Tropfen milder Seife und eine weiche Zahnbürste. Vorsichtig um die Fassung herum arbeiten, klar abspülen, trocken tupfen. Das nimmt das meiste an der Oberfläche mit.

An die Unterseite eines gefassten Steins kommt man damit allerdings nicht, und in eine feine Ankerkette auch nicht. Genau das ist der Unterschied, den ein Ultraschallgerät ausmacht.

Nicht empfehlenswert sind Zahnpasta und Scheuermittel als Hausmittel. Beide enthalten Schleifkörper, und die hinterlassen auf poliertem Gold und Silber ein feines Kratzmuster, das man erst bei schrägem Licht sieht.


Häufig gestellte Fragen

Wie viel Konzentrat kommt ins Becken?

10 bis 15 ml Konzentrat auf 100 ml Wasser. Bei einem 600-ml-Becken sind das 60 bis 90 ml. Mehr bringt kein besseres Ergebnis, sondern Schaum, und Schaum dämpft die Schwingung.

Wird angelaufenes Silber im Ultraschallbad wieder hell?

Nein. Anlauf ist Silbersulfid und damit Teil der Oberfläche. Das Bad nimmt Fett und Schmutz mit, die Verfärbung bleibt. Dafür braucht es ein Silberputztuch, eine Paste oder ein Tauchbad.

Darf mein Verlobungsring mit Diamant hinein?

In der Regel ja, wenn der Stein fest sitzt. Vorher mit dem Fingernagel prüfen, ob sich etwas bewegt, und auf verbogene Krappen achten. Ein lockerer Stein gehört zum Goldschmied.

Wie lange sollte ein Durchgang dauern?

Zwei bis drei Minuten, bei starker Verschmutzung ein zweiter kurzer Durchgang. Lange Laufzeiten bringen wenig, weil der lösbare Schmutz dann schon gelöst ist.

Kann ich mehrere Schmuckstücke gleichzeitig reinigen?

Ja, solange sie sich nicht berühren und nicht übereinanderliegen. Weichere Stücke können sich sonst gegenseitig anschlagen, und in einem Stapel kommt die Flüssigkeit nicht überall hin.

Ist das Konzentrat für Schmuck dasselbe wie für Brillen?

Ja. Das Classic-Konzentrat ist für Brillen, Schmuck und Kleinteile gedacht. Für Zahnersatz gibt es ein eigenes, chlorfreies Konzentrat, weil Prothesenkunststoff anders reagiert.

Was mache ich mit einer Uhr?

Das Metallarmband kann ins Becken, sobald es vom Gehäuse getrennt ist. Das Gehäuse selbst nur, wenn die Wasserdichtigkeit geprüft und aktuell ist. Bei alten Uhren ist sie das meistens nicht.


Fazit

Der größte Teil dessen, was Schmuck stumpf aussehen lässt, sitzt in den Zwischenräumen und nicht auf der Oberfläche. Warmes Wasser, die richtige Menge Konzentrat und zwei bis drei Minuten holen das heraus, ohne dass man am Stück reibt.

Wichtiger als die Technik ist die Auswahl. Gold, Silber, Edelstahl und harte Steine machen das ohne Weiteres mit. Perlen, Bernstein, Opal, behandelte Smaragde und alles Geklebte bleiben draußen, und angelaufenes Silber braucht ein anderes Mittel.

Unser Classic Ultraschallreiniger Konzentrat ist alkoholfrei, schaumarm und neben Brillen ausdrücklich für Schmuck und Kleinteile gedacht. Wer gleich ein Tuch zum Nachtrocknen dabeihaben möchte, findet es im Set mit Mikrofasertuch.