Welche Flüssigkeit in den Ultraschallreiniger? Wasser, Spülmittel, Hausmittel und Konzentrat im Vergleich
Das Gerät ist da, jetzt fehlt die Füllung. Was klares Wasser schafft, warum Spülmittel und Essig schlechte Ideen sind und welches Konzentrat zu Schmuck, Kleinteilen und Zahnersatz passt.
Ein Ultraschallgerät kommt ohne Füllung ins Haus. Im Karton liegen Gerät, Korb und vielleicht ein Uhrenhalter, aber keine Flüssigkeit. Und weil das Becken nur Wasser zu brauchen scheint, probiert man es zuerst mit dem, was gerade da ist: Leitungswasser, ein Spritzer Spülmittel, vielleicht ein Schluck Essig.
Manches davon funktioniert halbwegs, manches schadet dem Gerät oder dem, was darin liegt. Hier geht es nur um die Wahl der Flüssigkeit. Wie viel davon ins Becken kommt und wie lange das Gerät läuft, steht in unserer Anleitung zum Ultraschallreiniger.
Was muss die Flüssigkeit überhaupt können?

Im Ultraschallbad entstehen winzige Bläschen, die sofort wieder in sich zusammenfallen. Diese Druckstöße lösen den Schmutz. Die Flüssigkeit muss dafür vier Dinge mitbringen.
Sie muss in enge Spalten kommen, also unter einen gefassten Stein oder in das Glied einer Kette. Dafür muss die Oberflächenspannung niedrig sein. Sie muss Fett lösen, weil Hautfett, Creme und Speisereste den größten Teil des Schmutzes ausmachen. Sie darf kaum schäumen, weil Schaum die Schwingung dämpft. Und sie darf nicht brennbar sein, weil das Gerät die Flüssigkeit mit der Zeit erwärmt.
An diesen vier Punkten lässt sich jede Füllung messen, vom Leitungswasser bis zum Konzentrat.
Reicht klares Wasser?
Für losen Staub und Sand ja. Für fast alles andere nicht. Wasser allein löst kein Fett, und es kommt wegen seiner hohen Oberflächenspannung schlecht in enge Zwischenräume. Ein Ring sieht nach dem Bad in klarem Wasser sauberer aus, unter dem Stein sitzt aber noch derselbe Film wie vorher.
Bleibt die Frage nach der Wasserqualität. Leitungswasser ist für das Bad in Ordnung. In Gegenden mit hartem Wasser bleiben beim Trocknen allerdings Kalkflecken zurück, besonders auf glatten Metallflächen. Wer das vermeiden will, spült nach dem Bad mit destilliertem Wasser nach oder trocknet die Teile sofort mit einem weichen Tuch ab.
Und ein Spritzer Spülmittel?
Spülmittel senkt die Oberflächenspannung und löst Fett. Auf den ersten Blick passt es also. Der Haken ist der Schaum. Spülmittel ist darauf ausgelegt, kräftig zu schäumen, und im Ultraschallbad ist genau das hinderlich: Der Schaum legt sich auf die Oberfläche, dämpft die Schwingung und das Gerät reinigt schlechter, als es könnte.
Dazu kommen Duftstoffe und Pflegezusätze, die als Film auf den Teilen bleiben, wenn nicht gründlich nachgespült wird.
Ein einzelner Tropfen auf ein volles Becken geht im Notfall. Als Dauerlösung taugt es nicht.
Was ist mit Essig, Zitronensäure, Natron und Salz?

Diese Hausmittel tauchen in vielen Tipps auf, und jedes hat einen anderen Haken.
Essig löst Kalk, aber kaum Fett. Er greift außerdem Perlen, Korallen und kalkhaltige Steine an, die ohnehin nicht ins Ultraschallbad gehören, und auf manchen Metallen hinterlässt er stumpfe Stellen. Der Geruch kommt dazu, und er verstärkt sich, wenn das Gerät die Flüssigkeit erwärmt.
Zitronensäure ist ein Entkalker. Zum Entkalken des leeren Beckens kann sie nützlich sein, so wie es bei Wasserkochern üblich ist, sofern die Anleitung des Geräts das erlaubt. Für Schmuck ist sie zu sauer.
Natron ist leicht alkalisch und löst etwas Fett. Es hinterlässt aber Rückstände, die beim Trocknen weiß auf den Teilen liegen. Der bekannte Trick mit Natron, Salz und Alufolie für angelaufenes Silber ist übrigens eine chemische Reaktion. Mit Ultraschall hat er nichts zu tun, und er gehört nicht in das Gerät.
Salz ist die schlechteste Wahl. Salzwasser greift auf Dauer auch Edelstahl an, vor allem in warmem Wasser, und das betrifft das Becken genauso wie den Korb.
Und Schmuckreiniger aus der Drogerie?
Im Drogerieregal stehen Tauchbäder für Silber und Gold. Sie sehen nach der passenden Füllung aus, sind aber für etwas anderes gemacht: kurz eintauchen, herausnehmen, abspülen. Silbertauchbäder lösen die dunkle Anlaufschicht chemisch, und dafür sind sie sauer eingestellt.
Im Ultraschallgerät ist das keine gute Kombination. Das Gerät erwärmt die Flüssigkeit, die Teile liegen länger darin als vorgesehen, und gefasste Steine, Perlen oder Vergoldungen bekommen mehr ab, als ihnen guttut. Wenn Du ein Tauchbad verwenden willst, dann so, wie es auf der Packung steht, und außerhalb des Geräts.
Dazu passt eine ehrliche Einschränkung für das Ultraschallbad selbst: Es löst Fett, Staub und Rückstände, aber nicht die Anlaufschicht auf Silber. Angelaufenes Silber wird durch das Bad sauber, aber nicht wieder hell.
Was gehört nie ins Becken?
Alles, was brennbar ist. Dazu gehören Isopropanol, Spiritus, Benzin, Aceton und Waschbenzin. Ein Ultraschallgerät erwärmt die Flüssigkeit, die Dämpfe sammeln sich über dem Becken, und unter dem Becken sitzen Elektronik und Schwinger. In unserem Beitrag zu Isopropanol steht, wofür es gut ist. Das Ultraschallgerät gehört nicht dazu.
Chlorhaltige Mittel wie Bleiche haben im Becken ebenfalls nichts verloren. Sie greifen Metalle an und können Kunststoffe ausbleichen, bei Zahnersatz den Prothesenkunststoff. Warum das beim Gebiss besonders ins Gewicht fällt, erklärt unser Beitrag zu Zahnersatz im Ultraschallbad.
Welches Konzentrat passt wofür?

Ein Konzentrat für den Ultraschall erfüllt die vier Punkte von oben: Es senkt die Oberflächenspannung, löst Fett, schäumt kaum und ist nicht brennbar. Bei uns gibt es drei.
Das Classic Ultraschallreiniger Konzentrat ist alkoholfrei und nicht brennbar. Laut Produktseite ist es für Brillen, Schmuck, Uhrenarmbänder, E-Zigaretten und Verdampfer und andere Kleinteile gedacht. Für Schmuck findest Du die Details in unserem Beitrag zum Schmuck reinigen.
Der Ultraschallreiniger 1000 ml ist laut Produktseite für Brillen, Schmuck und Zahnersatz und andere empfindliche Gegenstände gedacht.
Das Dental-Konzentrat ist für Prothesen, Zahnspangen, Retainer und Aufsteckbürsten gemacht. Es ist chlorfrei und bleicht den Prothesenkunststoff nicht aus. Die angesetzte Lösung kann je nach Verschmutzung bis zu einer Woche im Gerät bleiben und muss nicht nach jedem Durchgang geleert werden.
Alle drei werden gleich dosiert, 10 bis 15 ml auf 100 ml Wasser. Erst das Wasser, dann das Konzentrat, sonst schäumt es beim Einfüllen auf.
Wann muss die Flüssigkeit raus?
Beim Classic-Konzentrat und beim Ultraschallreiniger 1000 ml, sobald die Flüssigkeit trüb ist oder Partikel am Boden liegen. Der gelöste Schmutz schwimmt sonst im Becken und setzt sich beim nächsten Durchgang wieder ab.
Beim Dental-Konzentrat ist der Rhythmus länger, bis zu einer Woche je nach Verschmutzung. Wer im selben Gerät auch Werkstattteile oder Schmuck reinigt, sollte die Lösungen trotzdem trennen, etwa mit einem eigenen Glasbecher für den Zahnersatz, der im Wasserbad des Geräts steht.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich nur Wasser in den Ultraschallreiniger füllen?
Für losen Staub ja, für Fett und Hautfett kaum. Wasser allein löst kein Fett und kommt schlecht in enge Spalten. Mit einem Konzentrat wird das Ergebnis deutlich besser.
Darf Spülmittel in den Ultraschallreiniger?
Ein einzelner Tropfen im Notfall, als Dauerlösung nicht. Spülmittel schäumt stark, und Schaum dämpft die Schwingung im Becken.
Ist Essig eine gute Füllung?
Nein. Essig löst Kalk, aber kaum Fett, greift empfindliche Steine und manche Metalle an und riecht im warmen Becken stark.
Brauche ich destilliertes Wasser?
Nicht zwingend. Leitungswasser reicht für das Bad. Bei hartem Wasser hilft es, mit destilliertem Wasser nachzuspülen oder die Teile sofort abzutrocknen, damit keine Kalkflecken bleiben.
Darf Isopropanol in den Ultraschallreiniger?
Nein. Isopropanol ist leicht entzündlich, das Gerät erwärmt die Flüssigkeit, und die Dämpfe sammeln sich über dem Becken. Dasselbe gilt für Spiritus, Benzin und Aceton.
Welches Konzentrat nehme ich für Zahnersatz?
Das Dental-Konzentrat. Es ist chlorfrei, bleicht den Prothesenkunststoff nicht aus und kann je nach Verschmutzung bis zu einer Woche im Gerät bleiben.
Wie viel Konzentrat kommt ins Wasser?
10 bis 15 ml auf 100 ml Wasser, bei allen drei EyeAm-Konzentraten. Erst das Wasser einfüllen, dann das Konzentrat dazugeben.
Fazit
Ins Ultraschallbad gehört Wasser mit einem schaumarmen, nicht brennbaren Konzentrat. Klares Wasser schafft nur losen Staub, Spülmittel schäumt, Essig, Natron und Salz bringen jeweils eigene Probleme mit, und alles Brennbare bleibt draußen.
Für Schmuck, Uhrenarmbänder und Kleinteile ist unser Classic Ultraschallreiniger Konzentrat gemacht, für Zahnersatz das Dental-Konzentrat. Alle Konzentrate stehen zusammen in der Kollektion Ultraschallreiniger und Dental Reiniger.