Ratgeber · 6 Min. Lesezeit

Verdampfer reinigen: Tank, Kamin und Mundstück im Ultraschallbad

Zerlegen, baden, trocknen: der Ablauf für Tank, Kamin und Mundstück. Und die ehrliche Antwort auf die Frage, ob sich eine gebrauchte Fertigcoil retten lässt.

EyeAm Classic Ultraschallreiniger Konzentrat neben einem geöffneten Ultraschallgerät mit zerlegten Verdampferteilen im Becken

Irgendwann schmeckt jeder Verdampfer flach. Das neue Liquid kommt nicht mehr so durch, wie es sollte, im Kamin steht ein Rest vom vorherigen, und das Tankglas ist von innen milchig, obwohl es außen sauber ist.

Meistens liegt das nicht am Liquid und nicht an der Coil, sondern an dem, was sich über Wochen in den Gewinden und Ecken abgesetzt hat. Genau das ist eine Aufgabe für ein Ultraschallgerät.


Warum ein Verdampfer mit der Zeit anders schmeckt

EyeAm Classic Ultraschallreiniger Konzentrat neben zerlegtem Verdampfertank aus Glas und Edelstahl

Liquid besteht zum größten Teil aus Propylenglykol und pflanzlichem Glycerin, dazu kommen Aromen. Glycerin ist zähflüssig und hinterlässt beim Verdampfen einen Film, und die Aromen bringen Bestandteile mit, die sich beim Erhitzen zersetzen und als bräunlicher Rückstand liegen bleiben.

Besonders auffällig ist das bei gesüßten Aromen. Der Zuckerersatz darin karamellisiert an heißen Stellen und legt sich als dunkle Kruste ab. Sichtbar wird sie an der Coil, sie bleibt aber nicht dort: Kondensat wandert in den Kamin, in das Gewinde am Tankboden und unter die Dichtungsringe.

Der zweite Punkt ist der Geschmacksübertrag. Wer von einem kräftigen Aroma auf ein leichtes wechselt, schmeckt das alte noch tagelang mit. Das kommt aus genau diesen Rückständen, nicht aus der neuen Flasche.


Was zerlegt wird und was zusammenbleibt

Ins Becken gehören nur die Teile ohne Elektronik. Bei einem üblichen Tankverdampfer sind das:

  • Tankglas oder Tankkörper
  • Kamin und Oberteil
  • Bodenstück mit Anschlussgewinde
  • Mundstück, also der Drip Tip
  • Kleinteile wie Airflow-Ring und Schrauben

Draußen bleibt alles, was Strom führt oder Strom speichert: Akkuträger, Mod, Pod-Systeme mit fest verbautem Akku, Displays, Chips. Das ist keine Frage der Vorsicht, das ist eine harte Grenze. Ein Ultraschallbad ist Wasser, und Wasser und Akku vertragen sich nicht.

Die Dichtungsringe nimmt man vor dem Bad heraus und legt sie beiseite. Sie sind aus Silikon und vertragen das Bad zwar, verschwinden aber gern im Becken, wenn sie sich unterwegs lösen. Wer sie sowieso wechseln will, macht das jetzt.

Und die Coil?

Hier ist die ehrliche Antwort unbequem. Eine Fertigcoil besteht aus Draht und Watte in einem geschlossenen Gehäuse. Das Ultraschallbad spült einen Teil der Rückstände heraus, aber die Watte bleibt gesättigt und die Beschichtung auf dem Draht kommt nicht zurück. Eine ausgebrannte Coil wird durch Reinigen nicht wieder neu, sie schmeckt danach höchstens kurz etwas weniger nach dem Vorgänger. Das lohnt den Aufwand selten.

Anders sieht es bei Selbstwickelverdampfern aus. Ein Wickel aus blankem Draht, ohne Watte, lässt sich im Ultraschallbad tatsächlich von Ablagerungen befreien und danach neu bebaumwollen. Das ist der Fall, in dem sich die Sache rechnet.


So läuft die Reinigung ab

Zerlegte Verdampferteile aus Edelstahl und Glas in einem Ultraschallkorb
  1. Restliches Liquid ausleeren und die Teile kurz unter warmem Wasser vorspülen. Was schon flüssig ist, muss nicht ins Becken.
  2. Wasser einfüllen, dann das Konzentrat dazugeben. Beim Classic-Konzentrat sind es 10 bis 15 ml auf 100 ml Wasser. Für angetrocknete Rückstände ruhig der obere Wert.
  3. Handwarmes Wasser nehmen, kein heißes. Glycerinreste lösen sich in warmem Wasser deutlich besser als in kaltem.
  4. Teile einzeln in den Korb legen, nicht stapeln und nicht direkt auf den Beckenboden. Glasteile so einlegen, dass sie nicht gegen Metall schlagen.
  5. Drei bis fünf Minuten laufen lassen. Bei hartnäckigen Krusten lieber zwei kurze Durchgänge mit frischer Flüssigkeit als einen langen.
  6. Klar abspülen, gründlich. Auf den Teilen bleibt sonst ein Rest Reinigungslösung, und den schmeckt man beim nächsten Zug.
  7. Vollständig trocknen lassen. Ausschütteln, mit einem Mikrofasertuch nachgehen und die Teile danach offen liegen lassen, bis auch im Gewinde nichts mehr feucht ist. Erst dann zusammenbauen und die Coil einsetzen.

Der letzte Punkt wird am häufigsten abgekürzt, und er rächt sich. Wasser im Gewinde oder unter der Dichtung sorgt beim nächsten Zug für Gluckern und für einen wässrigen Geschmack.

Zum Wasserwechsel gilt dasselbe wie sonst: Sobald die Flüssigkeit trüb ist oder sich ein Film an der Oberfläche bildet, kommt sie weg. Wie Dosierung, Temperatur und Laufzeit im Einzelnen zusammenspielen, steht in unserer Anleitung zum Ultraschallreiniger.


Was nicht ins Becken gehört

Gereinigte Verdampferteile trocknen auf einem EyeAm Mikrofasertuch

Akkus und Akkuträger bleiben draußen, ebenso alles mit Platine oder Display. Bei Einweggeräten und Pod-Systemen mit verklebtem Gehäuse gibt es nichts zu zerlegen, also auch nichts zu reinigen.

Kunststoffteile liegen dazwischen. Mundstücke aus Acryl oder Delrin vertragen warmes Wasser, reagieren aber empfindlich auf hohe Temperaturen und auf Alkohol. Bei einem lackierten oder bedruckten Tank gilt dasselbe wie bei allem Bedruckten: Die Bedruckung kann sich lösen.

Und ein Punkt, der in Foren regelmäßig falsch weitergegeben wird: Isopropanol gehört nicht ins Ultraschallgerät. Es ist leicht entzündlich, das Gerät erwärmt die Flüssigkeit, und die Dämpfe sammeln sich über dem Becken. Ins Becken kommt ein alkoholfreies Konzentrat. Wenn Du ein Teil mit Isopropanol behandeln willst, dann von Hand, außerhalb des Geräts und bei offenem Fenster.


Ohne Ultraschallgerät

Zerlegen, in eine Schüssel mit warmem Wasser legen und eine halbe Stunde stehen lassen. Danach mit einer weichen Bürste durch Kamin und Gewinde, klar abspülen, trocknen lassen. Das nimmt einen guten Teil mit.

Was so nicht weggeht, sind die eingebrannten Reste im Gewinde und der Film im Kamin. Dort kommt eine Bürste nicht überall hin, und genau das ist der Unterschied zum Ultraschall.

Nicht empfehlenswert ist die Spülmaschine. Die Temperaturen sind hoch, der Reiniger ist stark alkalisch, und beides greift Aluminiumteile und Bedruckungen an. Dazu kommt, dass Kleinteile im Sprüharm landen.


Wie oft ist sinnvoll?

Es gibt keinen festen Rhythmus, aber zwei gute Anlässe. Der eine ist der Wechsel der Coil: Wer sie ohnehin tauscht, hat den Tank schon offen. Der andere ist der Wechsel auf ein anderes Aroma, weil sonst der alte Geschmack mitkommt.

Wer ein kräftig gesüßtes Liquid dampft, wird häufiger reinigen als jemand mit einem schlichten Tabakaroma. Das sieht man am Tankglas: Wenn es von innen dauerhaft milchig wirkt, ist der Zeitpunkt da.


Häufig gestellte Fragen

Wie viel Konzentrat brauche ich?

10 bis 15 ml auf 100 ml Wasser. Bei einem 600-ml-Becken sind das 60 bis 90 ml. Mehr bringt kein besseres Ergebnis, sondern Schaum, und Schaum dämpft die Schwingung.

Darf der Akkuträger ins Ultraschallbad?

Nein. Alles mit Akku, Platine oder Display bleibt draußen. Ins Becken kommen nur Glas- und Metallteile ohne Elektronik.

Kann ich eine gebrauchte Fertigcoil damit retten?

Nur eingeschränkt. Ein Teil der Rückstände geht heraus, die gesättigte Watte bleibt. Eine ausgebrannte Coil wird dadurch nicht wieder neu. Bei Selbstwickelverdampfern mit blankem Draht sieht die Sache anders aus, dort ist die Reinigung sinnvoll.

Wie lange muss ein Durchgang dauern?

Drei bis fünf Minuten. Bei stark angetrockneten Rückständen zwei kurze Durchgänge mit frischer Flüssigkeit statt eines langen.

Muss ich die Dichtungsringe herausnehmen?

Sinnvoll ist es. Sie vertragen das Bad zwar, lösen sich aber leicht und verschwinden dann im Becken. Wer sie ohnehin wechseln möchte, macht das bei der Gelegenheit.

Kann ich Isopropanol ins Ultraschallgerät füllen?

Nein. Isopropanol ist leicht entzündlich, das Gerät erwärmt die Flüssigkeit, und die Dämpfe sammeln sich über dem Becken. Ins Gerät gehört ein alkoholfreies Konzentrat.

Schmeckt der Reiniger hinterher durch?

Nur dann, wenn nicht gründlich genug abgespült wurde. Nach dem Bad klar unter fließendem Wasser abspülen und die Teile vollständig trocknen lassen.


Fazit

Ein Verdampfer schmeckt nach ein paar Wochen anders, weil sich Glycerin- und Aromareste in Kamin, Gewinde und unter den Dichtungen absetzen. Zerlegen, 10 bis 15 ml Konzentrat auf 100 ml handwarmes Wasser, drei bis fünf Minuten, klar abspülen und vollständig trocknen lassen: Damit ist der größte Teil erledigt.

Die Grenze ist klar gezogen. Glas und Metall ja, alles mit Akku oder Platine nein, und eine ausgebrannte Fertigcoil bleibt ausgebrannt.

Unser Classic Ultraschallreiniger Konzentrat ist alkoholfrei, schaumarm und neben Brillen und Schmuck ausdrücklich für Verdampfer und Kleinteile gedacht. Wenn ein Tuch zum Nachtrocknen fehlt, gibt es das Set mit Mikrofasertuch. Weitere Reiniger aus derselben Linie stehen unter EyeAm Clean.